Fußböden aus Holz sind in Europa seit dem Mittelalter bekannt. Zunächst
wurden rohe Bohlen nebeneinander gelegt, später gehobelte Dielen aus Weichhölzern.
Ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sich ein neuer repräsentativer Bodenbelag:
Das Parkett, wie wir es heute kennen.
Das 17. und 18. Jahrhundert wurden zur Blütezeit der Parkettkunst. Besonders die adlige Oberschicht des absolutistischen Frankreich ließ immer prunkvollere und aufwändigere Böden aus sogenanntem Tafelparkett verlegen. Für diese Böden wurde edles Holz wie Nussbaum, Kirsche oder Birnbaum verwendet. Durch Beizen gefärbtes Holz oder tropische Hölzer aus den Kolonien wurden benutzt um Muster, ja sogar gegenständliche Bilder und Szenen im Boden darzustellen.
Mit der einsetzenden Industrialisierung begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts auch die maschinelle Produktion von Parkett. Statt aus breiten Dielen besteht industriell gefertigtes Parkett aus schmaleren Stäben. Anfangs wurden diese Stäbe auf hölzernen Untergründen vernagelt. Doch nach dem Aufkommen der Betondecken ging man um Verkleben mit dem Untergrund über.
1926 patentierte ein Franzose eine Maschine zur Herstellung von kleinen Parkettlamellen. Nach der Fertigung wurde diese Lamellen zu Tafeln zusammengesetzt, die an der Oberseite mit Papier zusammengehalten wurden. Das Mosaikparkett war geboren. Spätere Entwicklungen auf diesem Gebiet waren das fugenlose Verkleben der Lamellen und ein Kunstfaser-Netz an der Unterseite, welches das Papier ersetzte.
Einen anderen Ansatz in der Herstellung von dekorativen und gleichzeitig wirtschaftlichen Parkett verfolgte ein schwedischer Tüftler. Er meldete im Jahr 1947 das erste Parkett auf Mehrschicht-Parkett an. Unter dem Namen Fertigparkett ist diese Art von Parkett heute in Deutschland überall bekannt. Seit Jahren ist dreischichtiges Parkett der am häufigsten verlegte Holzboden.
Seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Oberflächen-Versiegelung von Parkett-Elementen perfektioniert. Gleichzeitig wurden immer neue Einsatzbereiche erschlossen. Moderne Parkettböden sind ein wirtschaftliches und pflegeleichtes Naturprodukt, das inzwischen vom privaten Wohnbereich, über den Objektbereich bis hin zu industriell genutzten Flächen eingesetzt wird.
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